
DER PERFEKTE FANG
Mein Bruder und ich – zwei Naturstrolche, die sich zwar nie gesucht, aber dennoch gefunden haben. Schon in unserer Kindheit waren wir stets zusammen unterwegs. Unsere Kratzer und Schürfwunden haben wir wie Medaillen am Körper getragen und waren uns sicher, dass wir eines Tages mal die ganz großen Abenteurer werden. Ein paar Jahrzehnte weiter hat uns die Alltagsrealität dann doch eingeholt, unsere Ausflüge sind weniger geworden, dafür zelebrieren wir sie umso mehr. So wie heute, denn es gibt etwas zu feiern: Mein Bruder wird Vater.

Wir haben unsere Angeln eingepackt, unsere bewährten Köder und natürlich unseren CUBE. Dass das nach Abenteuer riecht, hat sogar Maya erschnüffelt und springt freudig mit in den Kombi. Unser See lockt mit bestem Wetter und vielen Kindheitserinnerungen. Unzählige Male schon haben wir hier gemeinsam über dem Feuer gekocht und uns über die warnenden Worte unserer Eltern beim Kokeln lustig gemacht.
Bis es soweit ist, werden aber erstmal die Angeln ausgeworfen. Schon bald tauschen wir mehr Blicke als Worte. Selbst Maya lässt sich von der Stille anstecken und wartet mit wedelndem Schwanz am Ufer auf unseren Fang. Und so stehen wir hier in absoluter Ruhe und sehen der Sonne zu, wie sie sich immer weiter Richtung Horizont bewegt. Bis mein Magen laut beginnt zu knurren.


Wie gut, dass ich vorgesorgt habe, denn unsere Angelausflüge sind schon des Öfteren mit großem Hunger geendet. Und so beschließen wir ohne viele Worte, dass die gekaufte Forelle aus der Kühlbox erlöst wird. Maxi spaltet die Holzscheite und heizt den CUBE an.
Das hat er drauf, wie immer. Wir geben dem Feuer Zeit, sich zu entfalten und schlucken mit der gut gekühlten A la Hop Weinschorle unsere Niederlage herunter. Dann wird es Zeit, die Planchas in den CUBE einzusetzen. Das Zischen des Öls katapultiert uns gedanklich sofort zurück zu unseren Reisen, ebenso mäßig erfolgreichen Angelversuchen und improvisierten Fisch-Tacos.
Wir lassen die Flammen sprechen und hängen schmunzelnd unseren Erinnerungen nach. Sie waren allesamt einmalig und ich freue mich schon darauf, bald mit meiner Nichte hier am Feuer zu sitzen. Ich hoffe nur, dass sie mich dann nicht fragt, wie ich den Fisch gefangen habe.









































